[R-G] United against Iran (junge Welt)

Yoshie Furuhashi critical.montages at gmail.com
Sun Jul 26 12:47:53 MDT 2009


Here's a report by a German left journal. -- Yoshie

<http://www.jungewelt.de/2009/07-25/059.php>
Vereint gegen Iran
Von Rüdiger Göbel

In gleich 105 Städten weltweit soll an diesem Samstag ein »globaler
Aktionstag für den Iran« veranstaltet werden. Mit grünen Bändchen,
Lichterketten und Mahnwachen soll unter dem Internet-Twitter-Slogan
»united4iran« (Vereint für Iran) Solidarität mit der
Oppositionsbewegung am Persischen Golf bekundet werden. Vor dem
Brandenburger Tor in Berlin und der UNO-Zentrale in New York hungern
Exiliraner dem Regime change in Teheran entgegen. Befristet für drei
Tage wollen sie nichts essen, um die Öffentlichkeit auf die Verfolgung
und Unterdrückung der politischen Opposition in ihrem Heimatland
aufmerksam zu machen, heißt es in einer Erklärung. So weit so gut.

Hintergrund der international koordinierten Kampagne sind die
Massenproteste nach den Präsidentschaftswahlen im Iran Mitte Juni und
die brutalen Repressionsmaßnahmen gegen die Anhänger des unterlegenen
Kandidaten Mirhossein Mussawi. Dabei wurden nach Behördenangaben 20
Demonstranten getötet und mehrere hundert verhaftet. Aber: Im
Unterschied zur linksorientierten Demokratiebewegung in Honduras etwa
nimmt die Protestwelle in Grün in der Berichterstattung der westlichen
Medien breiten Raum ein.

Was die von Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und Human
Rights Watch, von Volksmudschaheddin, Schah-Anhängern und anderen
exiliranischen Gruppen initiierten Protestaufrufe für den »Global
action day« gemeinsam haben, ist das kollektive Schweigen zu den
unverhohlenen Kriegsdrohungen gegen Iran. Ob gewollt oder nicht wird
damit die vom Westen betriebene Dämonisierung Teherans befördert.
Israel schließt mittlerweile selbst den Einsatz von Nuklearwaffen
nicht aus und spricht damit den 73 Millionen Iranern das Recht auf
Leben ab. Einzig die »Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges« (IPPNW) machen auf diese kalkulierte massenhafte
Verletzung des grundlegendsten Menschenrechts aufmerksam. Angesichts
der jüngsten militärischen Drohungen Tel Avivs gegenüber Teheran
appelliert die 1985 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete
Ärzteorganisation an die Bundesregierung, die von Israel bestellten
U-Boote der »Dolphin«-Klasse nicht auszuliefern. Außerdem soll sie auf
die Regierung Benjamin Netanjahus einwirken, die Vorbereitungen auf
einen Angriff einzustellen.

Laut Bericht der britischen Times (16. Juli 2009) haben zwei
israelische Lenkwaffen-Korvetten und ein von Deutschland geliefertes
U-Boot bereits den Suezkanal durchfahren. Zudem sind israelische
Kriegsschiffe ins Rote Meer verlegt worden. Israel besitzt insgesamt
drei in Deutschland produzierte »Dolphin«-U-Boote, genehmigt und im
Bau sind zwei weitere. Diese verfügen ab Werk über Torpedorohre zweier
unterschiedlicher Kaliber, was laut IPPNW nur im Hinblick auf eine
nukleare Bewaffnung einen Sinn ergibt.

Wie jüngste Studien bewiesen, müsse auch bei einem begrenzten Einsatz
von Atomwaffen mit einer hohen Zahl ziviler Opfer gerechnet werden,
betonte IPPNW-Vorsitzende Claußen am Freitag. Eine IPPNW-Untersuchung
aus dem Jahr 2003 zeige, daß selbst bunkerbrechende Atomwaffen ein
Gebiet von mehreren Quadratkilometern radioaktiv verseuchen würden.
Die Strahlung unterscheidet nicht zwischen Regimeanhängern und
-gegnern.



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